Limit und Lichten Durchbruch

Für den Limitdurchbruch müssen bei eng gewebten Leinen ein Faden des Gewebes nach 3 oder 4 Gewebfäden gezogen werden. Das Gewebe wird durch Kettenstich und Knötchenstich gesichert. Durch das Ziehen der Fäden entsteht eine Siebstruktur, in der die Orientierung für die Stiche leichter fällt. Meist wird der Limitdurchbruch für Füllmuster zarter Formen verwendet. Bei Siebleinen entstehen Hohlräume in den Mustern durch die Spannung des Stickfadens, es müssen also keine Fäden gezogen werden.

Für den Lichten Durchbruch werden 2 bis 3 Fäden gezogen und 2 bis 3 Fäden stehen gelassen. 3 Fäden werden bei sehr feinem und dichtem Leinen gezogen. Das entstehende Gitter wird mit dem Grundstich verstärkt und in seiner Form stabilisiert. Erst dann wird das Gitter mit Mustern ausgestopft. Es wird dazu der Stopfstich und der Spitzenfüllstich oder Röschenstich verwendet. Die Muster können Vorlagen in einfarbigem Kreuzstich entnommen werden, z.B. traditionelle Muster wie Herz, Blüte, Vogel, Baum, Paar, geometrische Muster.

In dem eingefügten Bild werden die Hälften zweier Motive mit unterschiedlichem Arbeitsstand gezeigt. Der Limitdurchbruch der großen Tulpe wird mit einem gezogenen Faden nach 4 Gewebefäden gearbeitet. Der Limitdurchbruch der kleinen Tulpen wird mit 1 gezogenen Faden nach 3 Geweebfäden gearbeitet. Der Lichte Durchbruch des Herzens wird mit 2 gezogenen Fäden nach 3 Gewebefäden gearbeitet.

Limitdurchbruch in den Tulpen und Lichter Durchbruch mit Stopfstich im Herz

Motive sticken, Schritt für Schritt

Anhand der folgenden Bilder wird sehr anschaulich dargestellt, in welcher Reihenfolge die traditionellen Muster auf das Deckchen gestickt werden. Hier wurde das Deckchen bereits mit einem einfachen Hohlsaum (je 2 Fäden gebündelt), einem Kästchenstich und einem Erbslochhohlsaum auf das endgültige Maß gearbeitet. Die Mittellinien des Deckchens werden ausgezählt und mit Heftstichen auf dem Deckchen markiert. Dann wird das Muster auf den Stoff übertragen wobei auf die Ausrichtung zur Mitte und zum Rand geachtet wird. Anschließend wird mit dem Aussticken der Kontur mit dem Knötchenstich begonnen.

Kontur mit Knötchenstich gestickt
Blätter in Plattstich, Blüten und Verzierung des Herzens in Schlingstich (Schnürloch), Sicherung der auszufüllenden Formen (Flügel, Blüten und Herz) mit Kettenstich
Ziehen der Fäden für die Füllstiche

Das Herz, die Blüten und die Flügel der Vögel werden ausgestickt. Hier wurden folgende Stiche im Limit Durchbruch verwendet: Herz in Stangenstich (2-erMuster), Vögel: Flügel in Grundstich, Rest in Mückenstich, Blüten in Kästchenstich, von links gestickt

Das fertig gestickte Motiv

Kanten und Säume mit Hohlsaum

Am schönsten sieht ein doppelter Saum aus, der doppelt eingeschlgen wird wobei der Einschlag bis an die Saumbruchkante reicht. Dann zeichnet sich kein Abdruck des einschlags beim Bügeln ab. Dies wird erreicht, indem der doppelte Einschlag um einen Faden schmaler gearbeitet wird als der Saum. Den Saum nicht schmaler als 1 cm arbeiten, sonst ist das Versäubern der Ecken schwierig.

Erbslochhohlsaum

Beispiel Saum mit Erbslochhohlsaum

Die wichtigsten Füllstiche

Hier werden die Stiche vorgestellt, mit denen Ornamente ausgefüllt werden. In der Regel werden die Konturen zunächst aufgezeichnet, dann werden einzelne Fäden in einem Gitter gezogen (3. oder 4. Faden) für den Limit-Durchbruch. Das erleichtert das Sticken mit der stumpfen Sticknadel.

Werden mehrere Fäden nebeneinander im Raster gezogen (z.B. 2 Fäden gezogen und 3 Fäden stehen gelassen) so bildet dies das Grundgerüst für den lichten Durchbruch. Es entsteht ein Gitter, das zur Stabilisierung mit dem Grundstich befestigt wird.

Der Grundstich im Limit-Durchbruch

Der Grundstich für das Gitter des Lichten Durchbruchs

Stangen

Stangenstich, Einerstangen

Röschenstich

Reihe mit Röschenstichen

Rosenstich oder Sternstich

Kästchenstich

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Stopfhohlsaum

Die hier abgebildeten Muster von Stopfhohlsäumen sollen als Anregung für eigene Entwürfe dienen. Das Stopfen mit Stickgarn über zwei oder mehr Fadenbündel erzeugt Muster. Die Ränder des Hohlsaums werden mit Kästchenhohlsaum gesichert.

Hessenkittel Nähanleitung

Der traditionelle Schnitt eines Hessenkittels besteht im Wesentlichen aus Rechtecken und Quadraten. Das Vorder- und Rückenteil wird aus einem einzigen Rechteck geschnitten. Für den Kopfausschnitt wird ein ovaler Ausschnitt mittig aus diesem großen Rechteck herausgeschnitten. Auch die Ärmel sind aus Rechtecken geschnitten. In der Achsel wird jeweils ein kleines Quadrat als Zwickel eingesetzt.

Zuschnitt. Das oft verwendete Gemindner Linnen ist ca. 90 cm breit. Das Vorder-Rückteil wird im Stoffbruch mittig angeordnet, daran anschließend der Ärmel mit einer Kante an der Webkante. Über dem Vorder-/Rückteil wird zur Webkante hin mit der Längsseite Bündchen, Schulterbesatz und Einsätze mit geradem Fadenlauf angeordnet.

Bild 1. Alter, getragener Kittel. Hals, Ausschnitt mit Besatz, Schulter mit Besatz und Schulterkeil und Zwickel unter dem Arm.

Zunächst werden Ausschnitt, Schulterbesatz und Bündchen bestickt. Für den vorderen Ausschnitt wird der Besatz  rechts auf rechts auf die Ausschnittkante gesteppt,  die Nahtzugabe bis knapp vor die Naht eingeschnitten und der Besatz nach innen gewendet. Die Nahtzugabe des Besatzes wird in den Besatz umgeschlagen und mit der Hand angenäht (Staffierstich, ist fast unsichtbar von rechts). Bei dem historischen Schnitt werden die Schlitze am Ärmel in der Naht des Ärmels gefertigt. Versäubert wird der Schlitz durch 2-maliges Umheften der Nahtzugabe nach innen und schmal abgesteppt.

Bild 2. Alter Hessenkittel von links

An der Schulter wird aus dem Vorder-/Rückteil am Hals auf jeder Seite in Schulterhöhe ein kleiner horizontaler Einschnitt (4 cm) vorgenommen.

In diesen Einschnitt wird ein dreieckiger Schulterkeil  eingefügt, der am Hals stark eingekräuselt wird.  Die rechteckige Schulterblende wird an einer Seite dachförmig zugeschnitten. Der Form eines Schwalbenschwanzes ähnlich, wird in der Mitte der Schulterblende, beginnen von der Dachspitze ein gerader Einschnitt (gleiche Länge wie Einschnitt am Hals im Vorder-/Rückteil) vorgenommen, die Nahtzugaben der Außenkanten und des Einschnitts beider Schulterblätter werden umgelegt, gebügelt, geheftet und schmalkantig auf die Schultern genäht. Die Nahtzugaben der dreieckigen Einsätze werden mit versäubert (siehe Bild 4).

Bild 3. Steppnähte der Schulterblende von links. Es ist erkennbar, dass Vorder- und Rückteil aus einem Stück geschnitten sind.
Bild 4. Bestickte Schulterblende

Vor dem Schließen der Armnähte an den oberen Enden zwei Kanten des Zwickels an jeder Armelkante annähen, dann den Rest der Ärmelnaht schließen.

Im Weiteren beschreibe ich die Anfertigung eines Hessenkittels nach einem modernen Schnitt mit einzelnem Vorder- und Rückenteil, abgeschrägten Schultern und leicht abgerundeten Armausschnitten.

Nähanleitung für einen modernen Schnitt:

Zuschneiden entsprechend der Angaben zu den Bildern 5 bis 9 und mit Zick-Zackstich versäubern. Bitte berücksichtigen Sie dabei, dass der Baumwollstoff in der Regel um bis zu 10% beim Waschen eingeht.

Arm-, Halsbündchen, Schulterpasse und Ausschnitt besticken.

Vorderer Halsausschnitt. Vorderen Besatz rechts auf rechts auf den Stoff legen, feststecken und auf das Vorderteil mit ca. 0,7 cm Nahtzugabe steppen. Mittleren Schlitz einschneiden und mit schmalem Zick-Zackstich versäubern. Untere Ecken schräg bis knapp an die Naht einschneiden, nach innen wenden, bügeln und schmal an der inneren Naht absteppen.

Schulterkeil links auf links am Hals passgenau beginnend auf das Vorderteil nähen (Zeichen 1 auf 1). Die Naht endet nach 4 – 5 cm in 1,5 cm (Nahtzugabe) vor der Spitze des Dreiecks. Schulterkeil links auf links am Hals passgenau beginnend auf das Rückenteil nähen (Zeichen 2 auf 2). Restliche Schulternaht (Vorder- auf Rückenteil links auf links) schließen. Auf gegenüberliegender Schulter wiederholen. Nahtzugabe der Schulternähte aufbügeln.

Bestickte Schulterpasse vom dachförmigen Ende her mittig einschneiden (4 bis 5 cm), um die Form eines Schwalbenschwanzes zu erhalten Nahtzugaben an den langen Außenkanten und Kanten entlang des Einschnitts auf beiden Seiten nach links (innen) umbügeln. Schulterpassen rechts auf rechts auf die Schultern heften (Einschnittkanten entlang beiden Seiten des Schulterkeils) und schmalkantig absteppen. Anschließend mit Kettenstich oder Hexenstich mit Stickgarn umranden zur Verzierung.

Saumzugabe ca. 3 cm nach innen 2 mal umschlagen, heften, bügeln und feststeppen. Bei Kitteln für Kinder großzügige Nahtzugaben für späteres Auslassen einplanen.

Seitennähte schließen. Bei einem langen Kittel, bietet es sich an, in die Seitennaht einen Schlitz, ca. 15 cm lang, zu arbeiten. Hierzu die Nahtzugaben der Seitennähte am unteren Ende 2 mal nach innen umheften, bügeln und absteppen. Am oberen Ende zur Sicherung gegen Auftrennen, eine schmale, kurze Zick-Zacknaht als Abschluss nähen. Gerne können Sie den Schlitz mit Kettstich oder Hexenstich verzieren.

Ärmelkeil rechts auf rechts zunächst auf einer Seite gemäß Zeichen 6 – 7 von oberem Ende am Ärmel annähen und 1,5 cm (Nahtzugabe) vor dem Ende der Keilkante enden. Zweite Naht am Ärmelkeil an den oberen Ärmel der gegenüberliegenden Seite rechts auf rechts annähen. Dann den Rest der Ärmelnaht bis zum Ärmelschlitz schließen und an den Nahtenden. sichern. Der Ärmelschlitz wird beim traditionellen Schnitt mit 5 bis 7 cm in die Seitennaht des Ärmels eingearbeitet, durch 2 maliges Umschlagen nach innen, bügeln und absteppen der Nahtzugaben an beiden Kanten. Alternativ kann der Schlitz gem. Bild 8 angeordnet und mit einem 3,5 cm schmalen Besatzstreifen mit diagonalem Fadenlauf verstürzt werden.

Beide Ärmel mit dem Ärmelkeil rechts auf rechts entsprechend der Markierung 6, 7 und 8 in den Ärmelausschnitt heften und einnähen. Vom spitzen unteren Ende des Keils beginnen und enden, dabei die Nahtzugabe der Seitennaht nicht mitfassen. Naht zu Beginn und am Ende sichern.

Halsausschnitt und Armausschnitt einreihen auf die Länge der Bündchen. Die bestickten Hals- bzw. Armbündchen werden an den gekräuselten Hals/Armausschnitt rechts auf rechts angenäht. Das nach innen gewendete Bündchen schmal an der Kante absteppen oder mit der Hand annähen. Die Hals- und Armbündchen werden bündig mit den Schlitzkannten an den eingekräuselten Stoffkanten angebracht. Zum Verschließen werden Perlmuttknöpfe verwendet und eine Schlinge um eine Schlaufe aus mehreren Stickfäden mit Schlingstich gearbeitet.

Auf den folgenden Fotos wird ein moderner Schnitt (Gr. 36) gezeigt, aus dem Nachlass meiner Mutter

Bild 5: links Ärmelkeil für Achsel. Zeichen 8 unteres Ende am Vorder-/Rückteil, Zeichen7 unteres Ende am Ärmel, Zeichen 6 oberes Ende am Ärmel. Rechts Schulterkeil am Hals, Zeichen 1 Halsansatz am Vorderteil, Zeichen 2 Halsansatz am Rückenteil.

– Praktisch zum Merken: Das Halsbündchen hat die doppelte Länge der Armbündchens. Der Besatz an dem Ausschnitt in der vorderen Mitte hat die Länge eines Armbündchens.

Bild 6: Rückenteil (moderner Schnitt) mit Markierung 2 für drachenförmiges Ausgleichsstück. Länge 68 cm, Breite 60 cm
Bild 7: Vorderteil (moderner Schnitt) mit markiertem Ausschnitt (Schlitz 13 bis 15 cm) und Ansatz für Ausgleichsstück (Zeichen 1) am Übergang Schulter/Hals. Länge: 68 cm, Breite 60 cm. Schrumpfen beim Waschen einplanen! Zeichen 8 für unteren Ansatz Ärmelkeil.

Der vordere Ausschnitt wird bestickt (mit ausreichend Abstand zur Mitte wegen der Nahtzugabe), bevor der vertikale Halsausschnitt eingeschnitten wird. Die Arm- und Halsbündchen und die beiden Schulterbesätze werden vor dem Auf- bzw. Annähen bestickt.

Bild 8: Ärmel (2x) mit markiertem Einschnitt für Schlitzkante. Länge 58 cm. Breite oben 44 cm und unten 34 cm.
Bild 9 Zuschnitt, von links aufgezählt (alles im geraden Fadenlauf): auf rechter Seite besticktes Ärmelbündchen (2x), Besatz für Ausschnittkante (1x), Halsbündchen (1X) Schulterbesatz (2x). Noch vorzunehmen: Einschnitt an spitzem Ende für Schwalbenschwanz ca. 6 cm. Bündchenbreite jeweils 7 cm.

Ich bitte das Laienhafte an meiner Anleitung zu entschuldigen. Ich  bin keine Schneiderin und habe auch seit Langem keinen Hessenkittel mehr genäht. Viel Freude beim Ausprobieren. Ich freue mich über Anregungen. Erika Pawlowsky-Reusing

Mustertuch

Zum Üben der verschieden Stiche der Schwälmer Weißstickerei bietet es sich an, zunächst mit einem Mustertuch zu beginnen, auf das zur Erinnerung immer wieder zurückgegriffen werden kann. Ein rechteckiges Stück Siebleinen in den Maßen 40 x 30 cm eignet sich. Mit diesem lichten Leinentuch wird die Durchbruchstickerei erleichtert. Üblicherweise wird die Schwälmer Stickerei auf dicht gewebtem Leinen gestickt und für Durchbrucharbeiten werden Fäden in regelmäßigen Abständen gezogen, um ein quadratisches Gitter oder um regelmäßige Reihen zu markieren.

Der Saum wird doppelt eingeschlagen und der verdeckte Einschlag um nur 1 Webfaden schmaler als der Saum angelegt. Dadurch ist der Einschlag nicht sichtbar und drückt sich beim Bügeln nicht durch. In den vier Ecken werden Füllmuster angeordnet und in der Mitte Motive mit Umrandungsstiche.

Diese Ecke mit Stangen in abwechselnd angeordneten 3-er Block oder 2-er-Muster wird mit Wickelstichen gearbeitet. Als Saum treffen hier Erbslochhohlsaum auf Kästchenhohlsaum. Zum Befestigen des Saums wurde an allen Kanten zunächst ein einfacher Hohlsaum gestickt (von links sticken, je 2 Fäden fassen)

Als Stickgarn wird Vierfachstickgarn Nr 20 (fein) in weiß verwendet. Bei dem gezeigten Mustertuch wurden drei Kreise in der Mitte des Rechtecks untereinander angeordnet.

Diese Ecke wird in gebrochenen Stangen (Treppenstich) gearbeitet. Die Übergänge an den Quadraten, die nicht mit Wickelstich ausgefüllt werden, können mit kleinen, diagonalen Stichen gestickt werden. Eine weitere Variante ist dargestellt, in der zwischen den Treppen vier Fäden Abstand gelassen werden, die mit versetzt gestickten, diagonalen Stichen (in linkem Maschenstich schräg gestickt) gefüllt werden.
Die Ecke ist mit dem Rosenstich oder Spinnenstich gefüllt. Dieser Stich wird vom Mittelpunkt aus sternförmig gestickt. Ein zarteres Aussehen bekommt er, wenn nur in jeden 2. Gewebefaden gestochen wird. In jedem Falle sollte vor und nach dem Diagonalstich ein Faden ausgelassen werden, sonst wird das Muster zu dick. Die vorletzte diagonale Reihe dieses Dreiecks ist mit Röschenstich oder Schlingstich-Rosenstich gearbeitet. Als diagonale Borte wurden 1 Reihe schräger Zackenstich (1/4 Rosenstich), 2 Reihen Grundstich (links) und wieder 1 Reihe Zackenstich angeordnet.
Diese Ecke ist mit gegenseitig stehend Stangen im 1-er-Muster und im Wechsel mit gebrochenen Stangen (Wickelstich) gestickt. Am Saum treffen einfacher Hohlsaum (je 2 Fäden gebündelt) und Erbshohlsaum aufeinander.
Kreis: Messerspitze (Wickelstich), Knötchenstich, Kettstich. Füllung aus Schlingstich-Rosenstich (auch: Röschenstich)
Kreis: Schnürloch (Schlingstich), Knötchenstich, Kettstich. Füllung aus Wellenstich.
Kreis: 2 lang 2 kurz, Knötchenstich, Kettstich. Füllung: Waffelstich.
Ecke eines Mustertuchs mit dem Toledostich im Wechsel mit Käschen im Wickelstich über je 3 Fäden

Die Ecke dieses Mustertuchs ist mit dem Toledostich im Wechsel mit Käschen im Wickelstich über je 3 Fäden gearbeitet. Der Toledostich besteht aus je 3 Hexenstichen, von links gearbeitet, horizontal und vertikal im Quadrat (hier über je 2 Fäden Breite und 6 Fäden Länge). Ist das Quarat fertig, werden die letzten drei Hexenstiche von links mit dem Faden zusammengefasst und wie eine Getreidegarbe gebündelt.

Die wichtigsten Stiche für Konturen

In diesem Kapitel möchte ich die Ausführung der wichtigsten Stiche der Hessenstickerei vorstellen.

Schlingstich als geschnürter Bogen und Messerspitze
typische Anordnung der Umrandung von Motiven: Kettenstich,
Knötchenstich plus zwei lang zwei kurz und Messerspitze
Umrandung mit Kettenstich, Knötchenstich plus Schnürloch

Hessenkittel Stickereien

Besuchern des alljährlichen Hessentages oder des 2-jährlichen Schlitzer Trachtenfestes wird der Hessenkittel ein Begriff sein. Ein hellblauer Baumwollkittel aus Rechtecken genäht mit weißen Stickereien auf Bündchen, Stehkragen und Schulterblatt wird dort gern getragen. Für die Anfängerin können die Muster noch ganz einfach gewählt werden: Bordüren an Stehkragen, Ausschnittkante und Armbündchen; Herzmotiv am Ausschnitt und Herz mit Tulpe am Schulterblatt. Solch ein Kittelchen für ein Kleinkind ist ein dankbares Einstiegswerk. Hierzu wird farbiges Gmindner Linnen, meist in hellblau, verwendet. Kett- und Schussfaden haben die gleiche Stärke. Wenn Sie unsicher sind, testen Sie die Eignung des Stoffes mit einer Zählprobe mit Hilfe eines Lineals oder einer quadratischen Stickprobe. Für einen geraden Verlauf der Bordüre können Hilfsfädchen gezogen werden.

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