Galerie mit Bildausschnitten

In den dargestellten Bildausschnitten sind die einzelnen Stickstiche gut zu erkennen

Limitdurchbruch Röschenstich. Kästchenstich
Limitdurchbruch Rosenstich
Limitduchbruch Kästchenstich
Limitdurchbruch Stangenstich
Limitdurchbruch Mückenstich
Limitdurchbruch Waffelstich
Stangestich, Rosenstich, Röschenstich, Grundstich

Kleine Anfängerstücke

Zur Erleichterung des Einstiegs, hier einige Vorschläge, um an einem kleinen Objekt zu üben. Gezeigt werden als Erstes zwei einfache Stickereien, die als Anhänger den Osterstrauch oder einen Tannenzweig im Advent schmücken können.

Anhänger aus grauem Leinen mit Vogelmotiv. Füllstiche: Mückenstich, Röschenstich. Stangen

Zuerst Konturen mit Bleistift zeichnen und dann Motiv sticken. Nach dem Sticken des Motivs auf einem rechteckigen Leinenrest, Vorder- und Rückseite knapp neben der Kontur mit Nähgarn in der Farbe des Stoffes mit der Hand zusammennähen – bis auf einen kleinen Rest zum Stopfen. Vor dem Stopfen mit Füllwatte beide Seiten mit Sprühstärke stärken und bügeln. Nach dem Stopfen und Schließen der Naht, die Form des Anhängers mit Nahtzugabe ausschneiden. Mit Zackenschere franst der Stoff weniger aus. Bei geradem Schnitt den Rand mit Stoffkleber gegen Ausfransen sichern.

Anhänger mit traditionellem Herzmotiv

Nun folgen weitere kleine Arbeiten, die sich gut zum Verschenken eignen.

Weihnachtsbild in Stopfhohlsaum
Brillenetui. Füllstich: Röschenstich
kleines Lavendelsäckchen. Füllstich: Stangen
Handytasche auf gestreiftem Leinen (Geschirrtuch). Bordüren: Erbslochhohlsaum und Doppelter Erbslochhohlsaum. Füllmuster im Herz: Röschenstich und Sternstich.
Bestickter Ausschnitt eines selbstgenähten Kleides (Dirndelschnittmuster) mit Bündchenmuster des Hessenkittels
Freie Variation mit Pailletten auf einem kleinen Täschchen entstanden auf einem Workshop mit mit geflüchteten Frauen

Stopfhohlsaum

Die hier abgebildeten Muster von Stopfhohlsäumen sollen als Anregung für eigene Entwürfe dienen. Das Stopfen mit Stickgarn über zwei oder mehr Fadenbündel erzeugt Muster. Die Ränder des Hohlsaums werden mit Kästchenhohlsaum gesichert.

Überhandtuch

Das hier vorgestellte Tuch ist auf feinem, eng gewebtem Leinen gestickt. Es ist das letzte Werk von Ilse Pawlowsky. Aus einem Herz entspringen drei Blätterranken in hellblau mit Tulpen und runden Blüten. Zwei zarte Vögel sitzen auf den Ranken. Am unteren Rand ziert ein breites Band in reich verziertem Doppeldurchbruch den unteren Saum.

Üerhandtuch von Ilse Pawlowsky, 1987

Die Tulpen und das Herz der bunten Stickerei erhalten ihre Kontur mit einem hellblauen Knötchenstich. Der ebenfalls hellblaue Kettstich umrandet die Kontur. Das Herz und die runden Blüten werden mit blauem Schnürloch verziert.

Das Herz wird mit vertikalen Stangen, die von gestickten Rosen/Sternen (Wickelstich) unterbrochen werden, in weiß ausgeschmückt.

Die beiden kleineren Tulpen sind mit Waffelstich ausgefüllt. Die große Tulpe ist mit Röschenstich in Limet-Technik gestickt.

Die runden Blüten sind mit Ausschnittstickerei ausgeschmückt. Die Ränder des Kreises sind mit weißem Schlingstich gesichert. Eine 8-strahlige Spinne füllt den Kreis. Die Spinnenfäden werden umwickelt. Die Mitte wird kreisförmig umstopft. Von einem zweiten Kreis gehen 8 Zacken in feiner Nadelspitze bis zum äußeren Rand ab. Kleine umwickelte Ästchen an den Spinnenfäden lassen das Muster dichter erscheinen.

Detailansicht aus dem Überhandtuch

Die breite Spitze am unteren Rand des Überhandtuchs ist in lichtem Durchbruch gearbeitet. Der Hohlsaum wird mit Erbslochhohlsaum und Schlingstich eingefasst. In der Mitte der Durchbruchstickerei wird mit Stopfstich ein Bauernpaar) ausgefüllt. Zu beiden Seiten, symmetrisch angeordnet, werden mit Stopfstich und Röschenstich die Muster eingearbeitet.

Muster in lichtem Durchbruch mit Stopfstich und Röschenstich gefüllt

Bunte Tischdecke

Sehr ansprechend kann auch die Verwendung mehrerer, gut abgestimmter Farben wirken. Die Weißstickerei (Ton in Ton der Stickerei mit dem Stoff) wird für die Füllelemente verwendet. Die Konturen der Formen und Blumenranken werden bunt abgesetzt. Eine maßvolle und dezente Verwendung der Farben sei anhand des folgenden Beispiels vorgestellt.

Die hier gezeigten bunten Motive sind Verzierungen auf einer Tischdecke, die auf einen Stoff aus reinem, groben Leinen in der Optik des Sackleinens eingefügt sind. Die Kontur der Muster und die Blätterranken werden für den Kettenstich in grau und den Knötchenstich und Plattstich in rot ausgeführt. Die Verzierungen der Umrandungen mit geschnürten Bogen oder in „2 lang 2 kurz“-Zierstich sind in dunkelrot (passend zum Leinenstoff) gehalten und die Füllstiche in weiß.

Echtes Sackleinen ist sehr grob und schwer, weil es sehr dicht gewebt wird, daher ist es sehr beschwerlich darauf zu sticken, da es mit der Sticknadel nur schwer zu durchstechen ist.

Farbiges Stickmuster, mittig angeordnet, auf einer Leinentischdecke mit eingewebter Musterung des Sackleinens.
Mittiges Muster der Tischdecke, vergrößert. Herzen im Limitdurchbruch ausgestickt (Stangen und Spinnenstich) und Kreise in Lichtem Durchbruch mit Stopfstich gefüllt. Die kleinen Tulpen sind mit dem Grundstich des Lichten Durchbruchs gefüllt.
Die kleinen Tulpen sind im Limitdurchbruch in Röschenstich ausgefüllt. Das Herz ist mit Spannstich (Wickelstich) in 2-er Stangen gefüllt. Das mittige Tulpenblatt ist mit dem Grundstich des Lichten Durchbruchs gefüllt und die äußeren Blütenblätter mit Zopfstich

Zierdeckchen

Anhand der folgenden Bilder wird sehr anschaulich dargestellt, in welcher Reihenfolge die traditionellen Muster auf das Deckchen gestickt werden. Hier wurde das Deckchen bereits mit einem einfachen Hohlsaum (je 2 Fäden gebündelt), einem Kästchenstich und einem Erbslochhohlsaum auf das endgültige Maß gearbeitet. Die Mittellinien des Deckchens werden ausgezählt und mit Heftstichen auf dem Deckchen markiert. Dann wird das Muster auf den Stoff übertragen wobei auf die Ausrichtung zur Mitte und zum Rand geachtet wird. Anschließend wird mit dem Aussticken der Kontur mit dem Knötchenstich begonnen.

Als Beispiel für eine festliche Zierdecke sei in den nachfolgenden Bildern ein Tischläufer gezeigt, der passend zu einem weiß-blauen Porzellanservice entworfen wurde. Der Läufer hat die Maße 140 cm x 32 cm und ist aus weißem Siebleinen. Das Muster besteht aus 9 Rauten in blauem Garn und je einer Girlande aus 8 großen Kreisen entlang der langen Säume und in den vier Ecken je ein Herz das zwei kleine Kreise ziert. Die 8 großen Kreise sind mit unterschiedlichen Mustern gefüllt.

blau-weißer Tischläufer, linke Seite
blau-weißer Tischläufer, rechte Seite
Deckchen, das seinen besonderen Reiz in der mittigen Anordnung des rechteckigen Motivs hat
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